Das Motto der Woche:

Der Mann ist geschaffen, über die Welt zu gebieten, das Weib aber, den Mann zu regieren. Zum ersten gehört viel Kraft, zu zweiten viel Geschicklichkeit.
Kant

 

20. Mai. 2012

   
13. September 1819 (Leipzig) - 20. Mai 1896 (Frankfurt)
Clara Josephine Schumann, geb. Wieck
Komponistin, Pianistin

Die Tochter des Klavierpädagogen Friedrich Wieck erhielt ihre erste Ausbildung bei ihrem Vater. 1828 debütierte sie im Leipziger Gewandhaus und unternahm schon als 13jährige erfolgreiche Konzertreisen. Sie lernte Robert Schumann als Schüler ihres Vaters kennen. und heiratete ihn 1840 nach fast vierjähriger Auseinandersetzung mit ihrem Vater, der eine Heirat seiner damals schon gut verdienenden Tochter mit dem jungen Komponisten unterbinden wollte.
In den folgenden 16 Jahren ihres Zusammenlebens machte Clara auf großen Konzerttourneen die Werke ihres Mannes in Europa bekannt. Nach seinem Tod unterrichtete sie am Hochschen Konservatorium in Frankfurt am Main.
Als Pianistin ist Clara Schumann allgemein bekannt, ihre Bedeutung als Komponistin hingegen wird immer noch unterschätzt. Zeitgenossen (damals wie heute) halten das Komponieren für ein so schwieriges Geschäft, dass Frauen , wenn überhaupt, nur ausnahmsweise dazu befähigt sind. Clara Schumann teilte dieses Vorurteil.
Ihr Selbstverständnis als Komponistin war vor und während der Ehe äußerst zwiespältig. Als Kind und junges Mädchen komponierte sie, weil ihr Vater es von ihr erwartete und weil sie am musikalischen Erfinden und Gestalten Freude hatte. 1838, als sie begann, über ihre Rolle als Komponistin nachzudenken, tauchten erste Zweifel auf. Sie selbst äußerte sich über ihr Hauptproblem: "Ich tröste mich immer damit, dass ich ja ein Frauenzimmer bin, und die sind nicht zum componieren geboren. Ich zweifle oft ganz an mir ..."
Komponistinnen im 19. Jahrhundert hatten jedoch eine große Portion Selbstbewusstsein und Kampfbereitschaft nötig, wenn sie trotz der damals üblichen Vorurteile, Frauen hätten kein Talent zur Komposition, und trotz des Mangels an historischen weiblichen Vorbildern sich nicht entmutigen ließen. Clara Schumann-Wieck war bei weitem nicht die einzige Komponistin, die sich zur Resignation gezwungen sah. Die (nur scheinbare) Geschichtslosigkeit weiblichen Komponierens verunsicherte sie und führte sie dazu, die männlichen Voreingenommenheit gegen Komponistinnen zu verinnerlichen.

 
 

WEITER